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Projekte

„Von Douala nach Berlin: Ein Perspektivwechsel“ ist ein Fotografieprojekt bei dem Fotos und Texte von SchülerInnen aus Bépanda einem Bezirk in Douala, Kamerun zu dem Thema « Jugend- Gestern-Heute-Morgen » sowohl in Kamerun als auch in Deutschland ausgestellt werden.

Die Jugendlichen beschäftigten sich einen Monat mit Lebens- und Alltagsgeschichten von und über Menschen aus ihrem Kiez, symbolisch als Thema: „Jugend- Gestern-Heute-Morgen“ zusammengefasst.

Gestern- Die Jugend ihrer Elterngeneration

Heute- Ihre eigene Jugend

Morgen- mit der Jugend ihrer kleinen Schwestern und Brüdern

Lest mehr über die Workshop-Phase in Bépanda unter

http://www.initiative-perspektivwechsel.de/?page_id=80

Durch die Porträtierung unterschiedlicher Lebensgeschichten aus Bépanda wollen die Jugendlichen, die in der Bevölkerung bestehenden Vorurteile über ihr Stadtviertel Bépanda aufbrechen: Bépanda ist ein Bezirk in Douala, der in der Bevölkerung vor allem mit Kleinkriminalität und prekären Lebensverhältnissen verbunden wird. Die Recherche von individuellen Lebensgeschichten, abseits von Verallgemeinerungen und Klischees, schafft einen sehr persönlichen und vielfältigen Einblick in die Lebensumstände der Menschen in Bépanda.

Ein immer wiederkehrendes Thema in der Arbeit mit Jugendlichen in Douala ist die negativ konnotierte Berichterstattung europäischer Medien vor Ort. Hauptkritikpunkt der Jugendlichen sind die Stigmatisierungen und die durch die Berichterstattung geprägte Voreingenommenheit gegenüber Kamerun und dem gesamten afrikanischen Kontinent. Um die negative und eindimensionale Darstellung des globalen Südens aufzubrechen und einen Ideenaustausch zwischen dem globalen Süden und Norden auf gleicher Augenhöhe zu ermöglichen gründeten Hilaire Djoko und Katharina Lipowsky die Initiative Perspektivwechsel und initiierten dieses Projekt.

In Deutschland soll mit dem Ausstellen der Bilder ein ähnliches Zeichen gesetzt werden, wie auch in Kamerun:

Durch neue individuelle Perspektiven sollen Klischees und historisch gewachsenen Stigmatisierungen aufgebrochen werden. Durch die im Kolonialismus entstandenen und durch neokoloniale Strukturen aufrechterhaltenen Machtverhältnisse, wird in Europa das Bild von Afrika als hoffnungslosem Kontinent aufrechterhalten. Das wird durch einen exotisierenden und stigmatisierenden öffentlichen Diskurs in den Medien gefördert. Bestimmte Vorstellungen über Kamerun und andere Länder des globalen Südens werden fortwährend reproduziert. Durch die Ausstellung der Aufnahmen der Jugendlichen aus Bépanda wird ihre eigene Perspektive auf ihre Gesellschaft präsentiert: Ethnozentristische Bilder werden aufgebrochen und die hauptsächlich negativ und einseitige Berichterstattung des afrikanischen Kontinents über Krieg, Korruption und Armut durch westliche Medien wird hinterfragt.

Startschuss für die Wanderausstellung waren in beiden Ländern die Heimatstädte der Initiator_innen: Douala und Berlin. Der Titel « Von Douala nach Berlin: Ein  Perspektivwechsel » steht also für den Anfang einer Reise, die die Bilder und ihre dazugehörigen Geschichten machen sollen, in Kamerun, sowie in Deutschland.